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Energie-Tipp Oktober

Neues Messverfahren WLTP: Was ändert sich?

Jeder Personenwagen, der in Verkehr gesetzt wird, muss über Messwerte für Verbrauch und Emissionen verfügen. Damit diese Werte vergleichbar sind, erfolgt die Messung nach einem standardisierten Messverfahren. Die Fahrzeuge fahren dabei auf einem Rollenprüfstand unter vorgegebenen Bedingungen eine virtuelle Strecke ab – den sogenannten Fahrzyklus. Bisher geschah dies nach dem sogenannten Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Dessen Name ist aber trügerisch: der NEFZ ist gar nicht so neu sondern existiert in der heutigen Form seit 1992 – dem Jahr, in dem Bill Clinton zum 42. US-Präsidenten gewählt wurde und Dänemark im Finale der Fussball-Europameisterschaft überraschend Deutschland mit 2:0 schlug. Was vor 26 Jahren gut war, ist heute überholt.

In den letzten Jahren hat die Differenz zwischen dem offiziellen NEFZ-Wert und dem Verbrauch im Alltag stetig zugenommen. Die NEFZ-Messungen wurden seitens Hersteller optimiert und die Modelle grösstenteils nur auf dem Prüfstand effizienter. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten und die Einhaltung der Obergrenzen für Schadstoffemissionen im realen Fahrbetrieb zu überprüfen, haben die Vereinten Nationen beschlossen, ein aktuelles und weltweit anwendbares Messverfahren zu erarbeiten: das Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure – kurz WLTP.

Um realistischere Verbrauchs- und Emissionswerte zu erhalten, umfasst das WLTP diverse Neuerungen gegenüber dem NEFZ sowohl beim Fahrzyklus als auch bei den Prüfbedingungen:

  • Höheren Geschwindigkeiten
  • Mehr Beschleunigungsphasen
  • Längere Fahrstrecke
  • Tiefere Testtemperaturen
  • Einbezug optionaler Ausstattung
  • Vorgegebene Schaltstrategie

Der WLTP wird in der EU sowie in der Schweiz seit September 2017 schrittweise eingeführt. Neue Modelle werden bereits heute unter dem WLTP-Verfahren typengenehmigt und zum Verkehr zugelassen. Ab September 2018 müssen alle neuzugelassenen Personenwagen nach WLTP gemessen sein, bis September 2019 ebenfalls alle neuen leichten Nutzfahrzeuge.

Die Umstellung auf WLTP erfolgt im Bereich der Kundeninformation in der Schweiz per 1. Januar 2020. Dadurch wird eine ausreichende Übergangszeit gewährleistet. Die CO2-Emissionsvorschriften bleiben vollständig NEFZ-basiert bis Ende 2020, es gilt der Zielwert von 130 g/km, bzw. 95 g/km ab 2020. Vorschläge für WLTP-basierte Zielwerte ab 2021 sollen im Rahmen der laufenden Debatte zur Klimapolitik nach 2020 diskutiert werden.

Wird nun Ihr Fahrzeug auf der Strasse tatsächlich genau so viel verbrauchen wie in der Verkaufsdokumentation angegeben? Die WLTP-Werte sind realistischer, sprich höher, und können im Alltag eher erreicht werden. Sie stammen aber nach wie vor aus einer Labormessung, welche die alltägliche Nutzung nicht eins zu eins widerspiegeln kann. Ein wichtiger Faktor bleibt unter anderem die Fahrerin bzw. der Fahrer. Ein bewusster Fahrstil hat einen grossen Einfluss auf den Verbrauch. Mit einigen einfachen Eco-Drive-Regeln lässt er sich deutlich senken.

Sebastian Dickenmann, BFE-Fachspezialist Mobilität
Quelle: BFE-Magazin energeiaplus | Energiemagazin des Bundesamtes für Energie



Datum der Neuigkeit 1. Okt. 2018

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